Dienstag, 31. Dezember 2013

2013

Musical
  • Elisabeth, 4. Jänner 2013, Raimund Theater, Wien
  • Lucky Stiff, Februar 2013, Kammerspiele, Wien
  • Blitze, überall Blitze, 8. Mai 2013, Off-Theater, Wien
  • Elisabeth, 10. April 2013, Raimund Theater, Wien
  • Natürlich Blond, 7. Juni 2013, Ronacher, Wien
  • Bachelor-Show Musikalisches Unterhaltungstheater, 21. Juni 2013, Konservatorium Wien, Wien
  • Spring Awakening, 4. Juli 2013, Vienna's English Theatre, Wien
  • Sweeney Todd, 05. Oktober 2013, Volksoper, Wien
  • Tick, tick ... BOOM!, 08. Oktober 2013, Theater Drachengasse, Wien
  • Tick, tick ... BOOM!, 12. Oktober 2013, Theater Drachengasse, Wien
  • Music that Matters, 21. Oktober 2013, Theater Drachengasse, Wien
  • Love Never Dies (konzertant), 24. Oktober 2013, Ronacher, Wien
  • Catch Me If You Can, 27. Oktober 2013, Kammerspiele, Wien
  • Catch Me If You Can, 30. Dezember 2013, Kammerspiele, Wien

CD

Film

Sprechtheater 
  • Lady Windermeres Fächer, 25. Mai 2013, Theater in der Josefstadt, Wien

Ballett
  • Nurejew Gala 2013, 29. Juni 2013, Staatsoper, Wien

Sonstiges
  • Musik nach Noten (Otto Schenk), 17. September 2013, Konzerthaus, Wien

Sonntag, 20. Oktober 2013

[Musical] "Tick, tick ... BOOM!" (Theater Drachengasse, 08./12.10.2013)

Es ist immer schön, wenn man recht hat und ganz besonders, wenn das auch mit zwei überaus unterhaltsamen/berührenden Besuchen im Theater verbunden ist. Vor einer Weile hatte ich in diesem Blog blind empfohlen, sich doch Tick, tick ... BOOM! im Theater Drachengasse anzusehen, da mich die Erfahrung gelehrt hat Produktionen des vienna theatre projects erstmal hohe Erwartungen entgegen zu bringen. Nun, nachdem ich das Musical jetzt zweimal gesehen habe (einmal abends und dann noch die Zusatzvorstellung am Samstagnachmittag) fühle ich mein vorauseilendes Lob vollkommen bestätigt. Was da in kleinem Rahmen, mit wenig Budget und (offensichtlich) viel Engagement auf die Beine gestellt wurde, war wirklich sehenswert.

Tick, tick ... BOOM! ist ein autobiographischer Einakter von Jonathan Larson (seines Zeichens auch verantwortlich für den Hit RENT) der von Ängsten und Sorgen eines Musicalautors erzählt. John wird bald 30 und verdient, obwohl eigentlich Musicalautor, seinen Lebensunterhalt immer noch mit Kellnern. Sein bester Freund Michael hat den Traum vom Schauspielern längst aufgegeben und ist erfolgreich im Marketinggeschäft tätig, inklusive luxuriöser Wohnung auf der East Side und neuem BMW. Seine Freundin Susan will weg aus New York, Sicherheit und eine Familie gründen. John will lediglich das amerikanische Musical revolutionieren, wie sein Idol Stephen "He-Who-Must-Not-Be-Named" Sondheim. Aber wie lange soll er diesem Ziel noch folgen? Wann ist es Zeit das Leben eines "starving artist" aufzugeben? Ist ein solides, gesichertes Leben das Opfer der eigenen Träume wert? Wie geht man um mit Unsicherheit, Ängsten und Sorgen um?
Erzählt wird die Geschichte mit intelligenten ("Therapy"), witzigen ("No More", "30/90") und berührenden ("Real Life", "Why") Texten und einer Mischung aus Pop- und Rockmelodien. Eine der besten Nummern ist übrigens "Sunday", das - wunderbar parodistisch - unglaublich banalen Text mit einer übertriebenen Musical-Grandezza in Musik und Choreographie verbindet. Dass RENT ebenfalls aus Larsons Feder stammt ist an manchen Stellen nicht zu überhören, tut der Unterhaltung aber keinen Abbruch. Etwas gewöhnungsbedürftig ist allerdings die Erzählstruktur. John ist nicht nur Protagonist, er führt auch als Erzähler durch das Stück, erklärt, und kommentiert. Die meiste Zeit funktioniert das sehr gut, nur wenn John sagt "I was afraid", ist man schnell daran zu denken, dass es da doch diese "Show - don't tell"-Regel gibt (glücklicherweise wird der "Tell-Teil" dann eh drei Sekunden später umgesetzt). Auch das ziemlich fröhliche Alles-wird-gut-Ende kommt ein wenig zu schnell.

Als John stand Kieran Brown auf der Bühne, der in dieser Rolle vollends überzeugen konnte. Mit subtilem Sarkasmus oder großartigem Timing für die komischen Momente, vor allem aber mit seiner warmen Stimme, die nur ein einziges Mal im Moment höchster Emotionalität ein wenig bricht. Wow.  Ihm zur Seite standen Alan Burgon und Nina Weiss. Burgon hat eine Art, die ihn auf der Stelle sympathisch macht, eine kräftige Stimme, die in Erinnerung bleibt und spielt überzeugend. Meine Freundin und ich waren uns nicht ganz einig, wen der beiden Herren wir besser fanden. Weiss gibt eine sympathische Freundin, gefällt aber vor allem als Agentin und überdrehte Darstellerin in Johns Stück. Alle drei spielen fantastisch miteinander.

Joanna Godwin-Seidl bewies wieder einmal ein Gespür dafür, wie man den kleinen Raum optimal nutzen kann. Die kleine Band (Schlagzeug: Franz Hofferer, Gitarre: Roman Schwendt) unter der Leitung von Birgit Zach (auch am Piano) trug ebenfalls zu einem wunderbaren Theatererlebnis bei.

Fazit: Tick, tick ... BOOM! in der Drachengasse war eine wirklich sehenswerte Produktion des vienna theatre projects. Verdienterweise ausverkauft und mit einer Zusatzvorstellung geehrt. Schade, dass es nur so kurz zu sehen war.

Samstag, 12. Oktober 2013

[Musical] "Sweeney Todd" (Volksoper, 05.10.2013)

Sweeney Todd - Blutbad in der Volksoper

„Es gibt nur ein London“ singt der Seemann Anthony, als die Geschichte um Sweeney Todd, den Barbier des Grauens“ in der Fleet Street beginnt. Dieses London, zur Zeit der Industriellen Revolution ist in der Wiener Volksoper als Auftakt zur neuen Saison neu auferstanden.

Sweeney Todd kehrt mit dem Seemann Anthony in seine alte Heimat London zurück. Sein Weg führt ihn zu seiner alten Wohnung unter der sich nun ein Laden für Fleischpasteten befindet. Mrs. Lovett, dessen Besitzerin, ködert ihn in seinen Laden. Und so wird der ehemalige Barbier von seiner Vergangenheit eingeholt. Richter Turpin ließ ihn vor Jahren verbannen, seine Frau Lucy verfiel dem Wahnsinn und seine Tochter Johanna wird vom Richter großgezogen, der sie zudem noch heiraten will. Sweeney Todd schwört Rache und wird zu einer Killermaschine, schneidet, seinen alten Beruf als Barbier wieder aufnehmend, seinen Kunden die Kehle durch, mit dem praktischen Nebeneffekt, dass Mrs. Lovetts Fleischvorrat gefüllt und ihr Geschäft wieder zum Laufen gebracht wird. Solange bis alles aus dem Ruder läuft...

Die Inszenierung von Matthias Davids selbst ist gut gelungen. Als Mrs. Lovett dem nach London zurück gekehrten Sweeney Todd erzählt, was Richter Turpin seiner Familie antat, wurde dies aufwändig (Besonders zu erwähnen sind hier die Kostüme von Susanne Hubrich) im Hintergrund inszeniert. Fabrice Kebour tauchte die Szenerie in kaltes Licht. Besonders am Ende des zweiten Aktes wird das Licht klug eingesetzt und formt das Bühnenbild in verschiedene Ortschaften und Stimmungen. In Mrs. Lovetts Strandurlaubs-Lied wäre ein verträumteres Lichtdesign wünschenswert gewesen, das hätte das Lied unterstützt. Etwas unlogisch war die Tatsache dass allein bei der Ermordung von Sweeney Todd kein Kunstblut floss (oder spritzte).
Die Übersetzung aus der Feder Wilfried Steiners ist gelungen, auch wenn sie vom Reimschema und Intonation dem Original nicht das Wasser reichen kann. Nur die Zeile „Wir tratschen und ich hol' dir die Patschen“ passte stilistisch nicht zum Rest der Übersetzung.
Bühnenbildner Mathias Fischer-Dieskau zeigt und ein kühles, in Grautönen und rot gehaltenes  Maschinerie-London. Riesige Zahnräder als Flächen und Schrauben als Säulen sollen den Zuschauer darauf aufmerksam machen, dass wir uns in der Zeit der Industriellen Revolution befinden. Hier bekommt der Einsatz der Drehbühne zusätzlich noch einen Fabrikcharakter.
Erfrischend anders als der Großteil der heute in Wien zu sehenden Musicals ist der Gesang. Während wir heute in anderen Häusern zumeist „Rockopern“ lauschen und auch der Gesang der älteren, operettenhaftigeren Stücke immer mehr in Richtung Pop geht, eine Kaiserin Elisabeth, anstatt sauber ihre Töne zu singen, ihre Zeilen beltet oder notfalls nur noch schreit, darf man bei „Sweeney Todd“ in der Volksoper noch klassisch ausgebildeten Stimmen lauschen, was dem ganzen Stück eine ganz andere Qualität verleiht. Das Team von Sweeney Todd beschränkte sich auf die hauseigenen Sänger anstatt extern zu casten. Dadurch ist der Gesang zu der teils pompösen Komposition Stephen Sondheims, die gekonnt vom Orchester unter der Leitung von Joseph R. Olefirowicz umgesetzt wird, durchaus passend.
Die Sänger taten einen guten Job. Marco Di Sapia spielte an diesem Abend Sweeney Todd und war sowohl gesanglich als auch darstellerisch sehr überzeugend. Statt Volksopern-Direktor Robert Meyer schlüpfte Kurt Schreibmayer in die Rolle des Richter Turpin und gab einen passionierten Antagonisten.  Dagmar Hellberg war eine überzeugende Mrs. Lovett, verzweifelt, tragisch aber auch lustig. Allein Anita Götz als Johanna, Sweeneys Tochter, war enttäuschend. Ihr eigentlich melancholisches Solo „Grünfink und Nachtigall“ klang wütend und trotzig. Ihr Spiel war unglaubwürdig, wurde gegen Ende, als ihr Charakter aus dem Irrenhaus flieht, aber glaubwürdiger.

Fazit: Sweeney Todd ist ein durchaus sehenswertes Musical, skurril, gut gesungen und ein Stück mit Qualität, derer es in Wien mehr geben sollte.

(c) Natalie S.

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Zusatzvorstellung für "Tick, tick ... BOOM!"

Aufgrund des großen Erfolgs wurde für Tick, tick ... BOOM! im Theater Drachengasse am Samstag, 12. Oktober 2013, 15 Uhr eine Zusatzvorstellung angesetzt. Ich sage nur: hingehen, hingehen, hingehen!

Freitag, 20. September 2013

Tipp: "tick, tick ... BOOM!" im Theater Drachengasse

Nach langer Blog-Abstinenz, die auch der Theater-Sommerpause geschuldet ist, melde ich mich zurück. Ich hab ein paar Sachen im Kopf, über die ich gerne schreiben würde. Aaron Tveits erstes Album The Radio in My Head zum Beispiel oder den gestrigen Abend im Konzerthaus mit Otto Schenks Humor nach Noten. Anfangen werde ich aber mit ein bisschen Werbung. Das Vienna Theatre Project hat mir (schon vor einem Monat) netterweise die Pressemappe zu tick, tick ... BOOM! zukommen lassen und da ich es großartig finde, dass es solche kleinen Off-Produktionen in Wien gibt, will ich all die Infos hier gerne weitergeben.

Das Theater in der Drachengasse eröffnet die Saison am 30. September mit dem Musical von Jonathan Larson und behält es bis 12. Oktober auf dem Spielplan. Wenn die letzten Produktionen (u.a. The Last Five Years, Ordinary Days) ein Maßstab sind, werden die Karten schnell weg sein. Basierend auf dieser Erfahrung, erlaube ich es mir auch, mich ein wenig aus dem Fenster zu lehnen und diesen Blogpost unter Tipp einzuordnen. Das Leading Team Joanna Godwin-Seidl (Regie) und Brigit Zach (Musikalische Leitung) hat schon in der Vergangenheit bewiesen, was es mit einer kleinen Truppe motivierter und vor allem begabter Leute auch auf kleinem Raum umsetzen kann. Die Cast, bestehend aus Kieran Brown, Alan Burgon und Nina Weiss, weckt ebenfalls positive Erwartungen.

Zum Erfolg der Produktionen der letzten Spielzeiten hat mit Sicherheit auch die Stückwahl beigetragen. Musicals, die mit wenigen Darstellern/Darstellerinnen und  noch weniger Ausstattung auskommen, dafür aber musikalisch und inhaltlich umso überzeugender sind. Diesmal ist es tick, tick ... BOOM!, ein autobiographisches Stück des RENT-Autors Jonathan Larson, das aus dem Leben eines Musicalautors erzählt, der auf den großen Durchbruch wartet, während seine Freunde erfolgreich sind und seine Freundin heiraten will.

Alles Wichtige auf einen Blick:
tick, tick ... BOOM! von Jonathan Larson von 30. September bis 12. Oktober 2013 im Theater Drachengasse
• Bühnenregie und Produktion: Joanna Godwin-Seidl
• Musikregie & Klavier: Birgit Zach
• Cast: Kieran Brown, Alan Burgon & Nina Weiß
• Schlagzeug: Franz Hofferer
• Gitarre: Roman Schwendt
• Produktion und Regieassistenz: Silke Müllner
• Karten hier.

ETA: Jetzt hab ich es auch gesehen.

Sonntag, 16. Juni 2013

Ich fühl mich geschmeichelt

Laura von One Night in Theatre hat mir einen Award verliehen. Aw. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ich schätze, Danke ist angebracht. Also: Danke! Merci, thank you, gracias, grazie. Ist er nicht hübsch?


Offensichtlich gibt es dafür auch Regeln und ich soll jetzt 7 Fakten über mich enthüllen, die den Leserinnen/Lesern meines Blogs (vielleicht) noch nicht bekannt sind. Während ich darüber nachdenke, geb ich den Award erst mal weiter an:
  • den Kultur-Channel, weil ich dort immer wieder Veranstaltungstipps finde, die ich im Leben nicht selber entdeckt hätte.
  • Musical Awakening, weil Julia so viel eloquenter über die gleichen Vorstellungen schreibt oder mir das Schreiben gleich abnimmt, weil ich zu lange zu faul war und mir dann denke, dass es sich jetzt auch nicht mehr auszahlt. Aktuellstes Beispiel: Blitze, überall Blitze.
  • Merisi's Vienna for Beginners, weil sie mir neue Blickwinkel auf meine Heimatstadt eröffnet.
  • Post Secret, weil ich mit diesem Projekt jeden Sonntag in den Tag starte.

Und nun zu den 7 Fakten.
  1. Ich studiere etwas, das absolut überhaupt nichts mit Theater oder Musicals zu tun hat.
  2. Wenn ich nur ein bisschen anders wäre, könnte ich ein exzellentes Fangirlie sein.
  3. Ich habe tatsächlich vor, die A-Z-Challenge noch zu beenden (wenn mir endlich was für die verbliebenen Buchstaben einfällt).
  4. Ich habe eines meiner Lieblingsmusicals nur deshalb zum ersten Mal gesehen, weil es eine Schulvorstellung zu Mittag war und ich eine Französisch-Stunde auslassen konnte.
  5. Ich finde es lächerlich, ein Musical innerhalb einer Saison über 10 Mal zu sehen.
  6. Von Zeit zu Zeit lese ich Fanfiction.
  7. Ich hoffe, niemand fühlt sich jemals bemüßigt Harry Potter zu einem Musical zu machen. Die Starkid-Parodien können nicht überboten werden. Überhaupt sollten weniger Bücher/Filme/Theaterstücke zu Musicals gemacht werden.

Dienstag, 11. Juni 2013

Vienna Theatre Project: "Tick, Tick ... Boom!"

Erfreuliche News, das Vienna Theatre Project wird im Herbst von 31. September (??) bis 12. Oktober 2013 Tick, Tick ... Boom! im Theater Drachengasse auf die Bühne bringen. Wer zu den Auditions will, meldet sich per E-Mail (Infos hier auf FB).