Sonntag, 7. November 2010

Drew Sarichs Stimme in einem TV-Spot

Ich möchte keine Werbung machen für irgendwelche Unternehmen, doch letztens beim Fernsehen hab ich doch glatt einmal gelesen, von wem die Musik zu unten stehendem Spot kommt. Von Drew Sarich zusammen mit Sonja Romei. Ich hätte Drew Sarichs Stimme nicht erkannt und auch mit dem Wissen, dass er hier singt, fällt es mir schwer ihn zu hören. Ein anderer Drew Sarich? Zu viel Studiobearbeitung? Singt er anders, wenn er nicht Musical singt?




(Schon der zweite Beitrag, der etwas mit Drew Sarich zu tun hat. Nein, ich bin nicht fixiert. Ich wunder mich selber.)

Samstag, 6. November 2010

TV-Tipp: "Gut gegen Nordwind"

Was? Wann? Wo?
Gut gegen Nordwind, heute 6. November 2010 um 21:00 Uhr auf 3sat

Wer die Übertragung vor ein paar Monaten auf ORF1 verpasst hat, hat heute auf 3sat noch einmal die Gelegenheit das Stück im Fernsehen zu sehen. 3sat bringt die Aufzeichnung aus den Wiener Kammerspielen heute um 21:00 Uhr. 
Gut gegen Nordwind ist die Adaption des gleichnamigen E-Mailromans von Daniel Glattauer, den man getrost einen Bestseller nennen kann. Durch Zufall lernen sich Emmi (Ruth Brauer-Kvam) und Leo (Alexander Pschill) über E-Mails kennen und kommen sich im Laufe des Stücks immer näher.

Die Adaption für die Bühne ist gut gelungen, die Geschichte funktioniert auch außerhalb von zwei Buchdeckeln und sowohl Ruth Brauer-Kvam als auch Alexander Pschill geben eine solide Leistung ab. Die beiden sind im Moment auch in der Fortsetzung Alle sieben Wellen als Emmi und Leo und in den Kammerspielen zu sehen.

Im Web:

Musicalsommer Amstetten - Das Ende?

Gerade November ist es und doch schreibe ich über den Musicalsommer Amstetten. Kürzlich erzählte mir eine Freundin, dass es nächstes Jahr (also im Sommer 2011) keine Musicalproduktion mehr in Amstetten geben werde. Erst dieses Jahr bin ich das erste Mal in den Genuss einer der Produktionen (The Full Monty - Ganz oder gar nicht) gekommen und zu hören, dass dies nächstes Jahr vielleicht nicht mehr möglich sein wird, hat mich gleich einmal recherchieren lassen. Nicht zu fassen, dass mir diese Nachricht entgangen ist, als sie aktuell war:

Was den Nachrichten zu entnehmen ist, gibt es wohl Geldprobleme (wie überall, mag ich behaupten) und rückläufige Besucherzahlen. Das hohe Niveau, das 2008 mit Elton Johns Aida erreicht wurde, konnte schon 2009 (mit Rockville) nicht gehalten werden und 2010 gingen die Besucherzahlen noch einmal zurück. Ich finde das schade, denn ohne Besucher kann man natürlich auch kein Theater aufrecht erhalten (und ja, ich sehe die Parallele zu den VBW und deren Besucherproblemen bei manchen Stücken, doch die haben immer noch zwei Theater, die sie bespielen können und einen größeren Ruf um Experimente zu wagen).

Den Besucherrückgang kann sich Indendant Johann Kropfreiter nicht erklären. So schwer ist das wohl nicht zu erklären. In Zeiten, wo nicht nur Staaten sondern auch private Haushalte an vielen Punkten sparen, werden oft als erstes Kulturausgaben gekürzt. Fahr ich einmal nach Amstetten und besuche dort ein Musical oder geh ich fünf Mal ins Kino? So mögen die Überlegungen vor allem für junge Menschen aussehen, die überlicherweise sowieso nicht viel Geld haben. Da helfen auch relativ moderate Ticketpreise nicht. Die Anreise (und unter Umständen Übernachtung) will auch gezahlt werden.

Zu hoffen ist, dass die Pause 2011 wirklich nur eine Pause sein wird und nicht das endgültige aus. Es wäre sehr schade für Österreichs Musicalkultur (das Theaterfestival kann immerhin schon auf eine 20-jährige Geschichte zurückblicken und ist nicht nur in Österreich bekannt) und für alle Wienerinnen und Wiener, die während der Wiener Theatersommerpause gerne im nahe gelegenen Amstetten ihrer Leidenschaft nachgegangen sind. Allerdings fragt sich, ob einmal gestrichen, die Förderungen und Arbeiten wieder aufgenommen werden. Geldprobleme und andere Dinge, die man finanzieren könnte, wird es immer geben....

Im Web:

Freitag, 5. November 2010

[Konzert] "Romeo und Julia" Film + Musik live (Konzerthaus, 04.11.2010)

[Bild via]
In einem Leben gibt es viele Premieren, gestern war für mich wieder eine solche. Es war mein erster Besuch im Wiener Konzerthaus. Bisher kannte ich das Gebäude in der Nähe des Stadtparks nur von außen. Der erste Eindruck: die Eingangshalle ist riesig. Selbst bei zwei Veranstaltungen an diesem Abend, gibt es kein Gedränge oder Überfüllung (und auch am Ende als alle gleichzeitig zu den Garderoben strömen, nur wenig Beengung). Der Große Saal selber ist nicht weniger beeindruckend: viel Gold und Marmor sowie rotbraune Sessel, die deutliche bequemer sind als die neue Bestuhlung des Ronachers. Allerdings gibt es bei den Sitzreihen keinen merklichen Anstieg, was vermutlich der Tatsache geschuldet ist, dass es bei Konzerten keine Darstellerinnen und Darsteller zu beobachten gibt (deswegen gibt es wohl auch Sitzreihen, die nicht Richtung Bühne zeigen) und die Bühne  (und an diese Abend auch die Leinwand) zudem deutlich erhöht ist.

Film + Musik live. Das Konzept des Abends ist schnell erklärt. Über dem Orchester auf der Leinwand wird ein Film gespielt während die Musik dazu live kommt. In diesem Fall handelte es sich um eine Ballett-Stummfilmverfilmung von Romeo und Julia aus der UdSSR (1954/55), bei der Lev Arnshtam Regie führte (Choreographie: Leonid Lavrovsky). Die passende Musik, nämlich Romeo und Julia von Sergej Prokofjew (Ballett, op. 64), spielen die Wiener Symphoniker unter der Leitung von Frank Strobel live.
Wie schwierig es ist punktgenau auf einen Film hinzudirigieren bzw. zu spielen, kann ich nur vermuten. Es hat jedenfalls perfekt gepasst. Ein bisschen bekam man einen Eindruck davon, wie Kino früher gewesen sein musste, als die bewegten Bilder noch keinen Ton hatten und eine kleine Musikgruppe (oder nur ein Klavier) die Hintergrundmusik lieferten. Den fantastischen Klang der Wiener Symphoniker  konnten Menschen anno dazumal natürlich im Kino nicht genießen.
Eigentlich hätte es gar keinen Film gebraucht, die Musik wirkt auch so (eine Melodie wird vielen Österreicherinnen und Österreichern aus einem TV-Spot bekannt sein). Die Wiener Symphoniker bieten ein wunderbares Klangerlebnis. Die Musikerinnen und Musiker loten Prokofjews wunderbare Komposition bis ins Detail aus: flatterhafte, beschwingte Heiterkeit oder tiefe Tragik. Alles ist hörbar und lässt einen eintauchen in die Welt Romeos und Julias.
Galina Ulanova gab in dem Stummfilm eine bezaubernde Julia, die ganz das junge Mädchen war, das diese Rolle bei Shakespeare auch ist. Yuri Zhdanov etwas zu ausladend, zu übertrieben. Da stirbt zum Beispiel Mercutio und er macht noch große, ausladende Gesten. Wie genau der Trank wirkt, den Pater Lorenzo Julia gibt oder dass Romeo verbannt wird, geht durch mangelnde Erklärungen verloren. Dazu muss man das Stück schon kennen. Doch das tut dem Seh- und vor allem Hörvergnügen keinen Abbruch.

Romeo und Julia: Film + Musik live. Noch heute (05. November 2010) im Großen Saal des Wiener Konzerthauses.

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Mittwoch, 3. November 2010

"Sister Act" folgt "Tanz der Vampire" in Wien

Laut Pressemitteilung der Vereinigten Bühnen Wien werden die Vampire im Juni 2011 von den Klosterschwestern aus Sister Act abgelöst werden:
Das fröhliche Musical mit mitreißenden Choreographien, einem farbenprächtigen Bühnenbild, viel Komik und den grandiosen Songs des achtfachen Oscar-Gewinners Alan Menken ist eine Eigenproduktion von Stage Entertainment, die die VBW in Lizenz für Wien produzieren. Nach dem großen Erfolg in London hat das Musical im Dezember 2010 im Hamburger Operettenhaus Premiere und spielt ab April 2011 auch am Broadway.
Fröhlich, farbenprächtig und eingekauft. Schade, dass sich die VBW unter Kathrin Zechner (der ich Frühlings Erwachen immer noch hoch anrechne) nicht mehr trauen. Nun also dann in beiden Musicaltheatern eine Lizenzproduktion (Ich war noch niemals in New York im Raimund Theater) der Stage Entertainment (langsam ähnelt das alles dem Albtraum, dass Stage Entertainement eines Tage die VBW übernehmen werden). Ich verlange ja nicht, dass immer große Risiken eingegangen werden, die nur Verluste bringen. Aber etwas mehr Innovation wäre doch wünschenswert. Zumindest in einem der beiden Theater. Ist das denn zuviel verlangt? Sind die Cashcows Ich war noch niemals in New York und Tanz der Vampire nicht genug gemolken worden? Vielleicht sollte man einmal bedenken, dass Tanz der Vampire auch einmal nur ein kleines Kalb war, das erst zu einem solchen Erfolg heranwachsen musste. Wäre man damals das Risiko nicht eingegangen, dann wäre Europa (die Welt kommt mir doch etwas zu hochgestochen) um ein großartige Musical ärmer (auch wenn ich von der neuen Wiener Produktion nicht besonders begeistert bin, ist Tanz der Vampire doch ein tolles Musical). Oder wer hätte gedacht, dass Elisabeth einmal ein solch großer Erfolg werden würde, der bis nach Japan exportiert werden konnte?

Hat Kathrin Zechner nicht einmal verlautbart, dass sie im Ronacher Spartenmusical bringen möchte, kleiner Produktionen, Neuheiten und vielleicht sogar kleine Juwele? Oder trügt mich da meine Erinnerung? Bitte jetzt nicht wieder das Argument, dass zum Beispiel Frühlings Erwachen kein Erfolg war und man doch schließlich auch Geld bräuchte um neue (oder zumindest im deutschsprachigen Raum neue) Musicals zu produzieren. Zugegeben das Wedekind-Musical war nicht gut besucht (ich konnte es sechs Mal selber sehen), aber warum nicht? Vielleicht ist schon jemand auf die Idee gekommen, dass es mehr Marketing braucht. Fast jeden Tag liest man etwas über Tanz der Vampire. Sogar das Gratisblatt "Heute" (Ausgabe vom 03.11.2010) erwähnt den Castwechsel. Wann hat man jemals so viel über Frühlings Erwachen gelesen? Wo waren die Interviews und Fotostrecken? Wo waren TV-Spots und breite Plakatwerbung? Oder die offizielle Facebook-Präsenz (oder ist mir diese entgangen?)?

Kurz gesagt, wird die deutschsprachige Musicalwelt um einiges ärmer, wenn die VBW in Zukunft nur noch Lizenzproduktionen der Stage Enterainment einkaufen, die wiederum Shows aus dem West End bringen (zudem werden Wien einige Besucher verloren gehen, wenn es das gleiche Musical auch in Deutschland spielt. Vielfalt ade! Natürlich sind Hamburg und Wien nicht nebenan, aber trotzdem...). Kleinere Bühnen werden sicherlich immer noch Produktionen auf die Bühne bringen, doch vermutlich werden sie immer weiter im Abseits verschwinden. Wie viel wohl von Wiens Ruf als einer der Musicalhauptstädte Europas übrig bleiben wird, wenn es so weiter geht?

Im Web:

Video zur Wochenmitte: "Four Chord Song"




Im Web:

Montag, 1. November 2010

[Musical] Halloween bei "Tanz der Vampire"

Freiwillig wäre ich ja nicht am Halloween-Abend in Tanz der Vampire gegangen. Zugegebenermaßen, habe ich  ein wenig Angst vor Wiener Fans. So schlimm war es dann gar nicht. Geschätzte 25% der Besucherinnen (und der Besucher) waren an diesem Abend verkleidet. Die meisten hatten entweder ein Kleid an, das an Sarahs Ballkleid oder ihr Finalkostüm erinnerten. Die anderen kamen einfach so als Vampir, mit Zähnen, Blut und Umhängen, die vermutlich bei den VBW gekauft wurden. Ob die wohl alle das "Vampire Style Ticket" in Anspruch genommen haben, um die Hälfte des regulären Ticket-Preises zu zahlen? Ich vermute nein.

Die Show selber war dann aber zum Glück ganz normal und wurde nicht von irgendwelchen Fans gestört.  Einzig beim Schlussapplaus sprangen zwei Mädchen (junge Frauen?) gleich als der letzte Ton des Finales verklungen war auf und liefen nach vorne zum Orchestergraben. Da standen sie dann den ganzen Schlussapplaus lang und liefen dann ebenso schnell aus dem Saal als der letzte Vorhang fiel. Manche Menschen muss ich nicht verstehen. Immer wieder schön finde ich, dass sich an bestimmten Stellen immer noch Zuschauerinnen und Zuschauer erschrecken, das zeigt, dass immer wieder neue Personen dieses Musical entdecken.
Warum Graf von Krolock neuerdings in der (neugotischen! von wegen spätes 13. Jahrhundert)  Votivkirche residiert, habe ich auch beim dritten Besuch nicht verstanden. Genausowenig warum auf seinem Umhang ein riesiges Kreuz zu sehen ist, er aber eigentlich "allergisch" auf Kreuze regiert (ganz abgesehen davon, dass er auch im Finale eine Kette mit Kreuzanhänger umhat).
Thomas Borchert, Marjan Shaki, Lukas Perman und Gernot Kranner haben ihre Sache wie immer gut gemacht. Vor allem Thomas Borchert ist mittlerweile zum Glück spielfreudiger geworden und die Routine, die er sicherlich hat, schlägt nicht mehr in Langeweile um. Trotzdem wird der anstehende Castwechsel der ganzen Produktion gut tun, auch wenn ich mir persönlich mehr Wechsel bei den Hauptrollen gewünscht hätte.

Zum ersten Mal musste ich leider auch feststellen, was ich an anderen Stellen schon öfter gelesen hatte. Die Akkustik und Tonsteuerung im Ronacher lassen manchmal sehr zu wünschen übrig. Ich bin nun schon an vielen verschiedenen Plätzen gesessen (Parkett eher vorne oder hinten, rechte oder linke Seite, 1. Rang Logen, 2. Rang) bei diversen Musicals (The Producers, Frühlings Erwachen, Tanz der Vampire), doch dieses Mal (Parkett Mitte, 9. Reihe, Platz 22) waren einige Lieder doch arg übersteuert und haben so schon doch etwas vom Vergnügen genommen. Schade.